Dämmung der Innenwand mit Kork

Leider hatte ich das Problem, dass ich mit meiner Fußbodenheizung im Arbeitszimmer einfach keine angenehme Temperatur erreichen wollte. Besser gesagt war es kaum möglich eine angenehme Temperatur zu erreichen. Es wäre natürlich möglich gewesen diesen zu erreichen indem ich das Niveau der Heizkurve noch etwas angehoben hätte. Allerdings hat selbst eine geringe Anhebung schon dazu geführt, dass ich kaum dazu in der Lage war eine einigermaßen angenehme Temperatur im Referenzraum zu generieren.


Die Ursache eine kalte Außenwand


Bei genauerer Betrachtung musste ich feststellen, dass eine Außenwand im Arbeitszimmer sowie die kleine Mauer unter dem Fenster eiskalt war. Da eine Außendämmung nicht geplant ist und so ohne weiteres auch gar nicht umsetzbar wäre, haben wir nach Alternativen gesucht. Vor einer Innendämmung halte ich Grundsätzlich nicht allzuviel, da sich hier schnell der Taupunkt in die Wand verschiebt und schnell Schimmel der Dank der Mühen ist. Dennoch haben wir uns nach längerer Recherche dazu entschieden die betroffene Wand mit Kork zu verkleiden.



Kork hat als Naturbaustoff den Vorteil Atmungsaktiv zu sein und Schimmel sowie Fäulnis gegenüber grundsätzlich abgeneigt zu sein. Da unsere Räume stets eine normale Luftfeuchtigkeit aufweisen und die zentrale Wohnraumbelüftung für eine guter Zirkulation sorgt, haben wir uns dazu entschieden die Wand und den Bereich unter dem Fenster mit Kork zu verkleiden.




Gesagt getan und nach kurzer Suche haben wir ein gutes Angebot für 11m² mit 30mm Stärke erhalten.






Die betroffene Wand während der Montage. Das Verlegen und Sägen ging deutlich leichter als gedacht. Auf der Holzleiste sollte später wieder das IKEA Kallax stehen.





Auch die kleine Wandfläche zwischen Fenster uns Außenwand wurde mit Kork beklebt. Etwas fummelig war das herausschneiden der Steckdosen.



Die Verarbeitung

Die Verarbeitung von Kork war recht einfach. Zum Sägen habe ich meine altbewährte Stichsäge und ein älteres Sägeblatt genommen. Aufgrund der Beschaffenheit von Kork musste die Schnittkante vorher lediglich mit Klebeband überklebt werden, bevor angezeichnet werden konnte. Das Sägen ging dann hingegen Problemlos vonstatten. Ich hatte zuerst die Befürchtung, dass das Material extrem bröckelig sei und die Stichsäge mehr zerstören würde als alles andere. Aber weit gefehlt, der Schnitt verlief wie durch Butter und selbst kleine Körner konnte von der Maschine halbiert werden ohne auszubrechen. Insgesamt ein wirklich sehr angenehm zu bearbeitendes Material.
Zur Bearbeitung der Korkplatten haben ich mich für eine einfache Stichsäge und einem Mittelfeinem Sägeblatt entschieden (Ich glaube das von mir genutzte war ursprünglich mal für Laminat gedacht). Die Bearbeitung gestaltet dich spielend leicht.



Die Schnittkanten können sich sehen lassen. Ich habe mich daher sogar dazu entschieden die Schnittkante am Fenster nicht mehr mit einer Leiste zu verkleiden.





Das Verkleben war dann schon wieder etwas aufwändiger. Mit einer Kelle wird der Kleber auf die Wand aufgetragen, mit einem Zahnspachtel verteilt und anschließend der Kork aufgedrückt. Nach dem andrücken empfiehlt es sich diesen noch mit einem Gummihammer anzuklopfen. Im Großen und ganzen auch nicht wirklich aufwändig, allerdings ist der Kleber sehr zäh und neigt schon nach knapp 10 Minuten zum aushärten. Ein Vorteil des Klebers ist jedoch, dass er sich problemlos mit Wasser von Haut und Werkzeug entfernen ließ. Tipp: Eimer mit lauwarmen Wasser und Spüli daneben stellen.


Fertigstellung und Bewertung


Nach knapp einem Tag arbeit war dann alles erledigt und das Arbeitszimmer konnte sich mit einer komplett neuen Optik vorstellen. Die ehemals unangenehm kalten Außenwände fassen sich jetzt mit einer angenehmen Temperatur an und die ehemals gefühlte Zugluft gehört der Vergangenheit an.


Arbeitszimmer in abendlicher Beleuchtung. Wie erwähnt habe ich mich dazu entschieden keine Abschlussleiste auf dem Kork in Nähe des Fensters zu montieren.

Neben der jetzt gefühlt deutlich wärmeren Temperatur im Arbeitszimmer konnte diese gefühlte Verbesserung auch durch die verbauten Sensoren für die Einzelraumregelung bestätigt werden.

In der Regel blieb die Temperatur immer im Bereich von 19°C. Aber ...




... bereits kurz nach Abschluss der Maßnahmen konnte sich die Temperatur bei >21°C einpendeln.


Insgesamt bleibt die Temperatur jetzt bei >21°C was zur Tätigung von Schreibarbeit eine angenehme Temperatur ist. Insgesamt hat mich die Komplette Maßnahme knapp über 330€ und einen freien Tag gekostet. In den Heizkosten werde ich dies sicher nicht unbedingt einsparen. Aber für ein angenehmes Wohnklima in einem weiteren Raum ist mir das Geld gut angelegt.

Die Dämmung der Außenwand sollte aber als ganzheitliche Maßnahme durchgeführt werden. Sind die alten Rollladenkästen beispielsweise noch ungedämmt oder sehr alte Fenster verbaut, wird sich der Effekt in Grenzen halten. In diesem Fall würde ich einen Fenstertausch sowie korrekte Dämmung des Rollladenkastens vorziehen und Kork erst als letztes anbringen.


Auch die ansässige Hauskatze war direkt dazu bereit das neue Wohnklima im Arbeitszimmer auszutesten.