Tesla Model 3 - Ampelerkennung mit Software 2020.12.5

Ampelerkennung ja, aber nicht an der Haltelinie

Wie Teslamag ja bereits berichtet hat ist seit einigen Tagen in Deutschland in Fahrzeugen der Firma Tesla die Ampel- und Stoppschilderkennung integriert (Link zum Artikel bei Teslamag.de). Die Erkennung dieser elementaren Möglichkeiten der Verkehrssteuerung sind ein sehr großer Schritt auf dem Weg in Richtung selbstfahrender Autos, könnten bei den aktuellen Fahrzeugen allerdings an der Hardware scheitern.

Auch wenn die Erkennung schon okay bis gut funktioniert habe die Autos dennoch ein Problem mit dem Montageort der hiesigen Ampeln. Während in den USA die Ampeln häufig auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung montiert sind, werden Sie in Deutschland bekanntermaßen unmittelbar auf Höhe der Haltelinie montiert. Für den normalen Fahrer kann dies schon nervig sein da er den Kopf massiv verdrehen muss, um noch die Ampel erblicken zu können.

Eine Kamera hat diese Funktion aber nicht und dementsprechend wird die Ampel zwar gut erkannt ... allerdings nur bis kurz vor der Haltelinie und danach wird nur noch eine graue Ampel ohne Lichtsignale angezeigt.

Es kann natürlich sein, dass hier durch nachbearbeitung der Software für den europäischen Raum noch Möglichkeit zur Optimierung besteht. Sollten die Lichtzeichen jedoch außerhalb des Sichtbereichs der Kameras sein, dürfte es dies mit dem automatischen Fahren gewesen sein.

Auf die Entfernung noch kein Problem. Noch näher dran und der Status der Ampeln wird nicht mehr erkannt.


Keine Erkennung von Abbiegampeln

Auch wenn die Ampeln sehr gut erkannt werden, ist das System noch nicht in der Lage Ampeln mit Abbiegepfeilen zu erkennen. Alle Ampeln werden als Ampeln mit den jeweiligen Farben dargestellt. Eine Unterscheidung zwischen normalen Ampeln und welche mit Richtungsangaben findet derzeit für den Nutzer noch nicht statt.

Richtungspfeile auf dem Boden werden sehr gut erkannt und dargestellt

Was jedoch eine sehr gute Erleichterung ist, ist die Darstellung der Richtungspfeile vom Boden der Straße. Wer kennt es nicht. Man ist auf einer mehrspurigen Straße und weiß nicht ob man die richtige Spur gewählt hat. Man weiß aber, dass unter dem eigenen Fahrzeug ein Richtungspfeil ist. Kann sich aber nicht erinnern und die Ampel wird gleich grün.

Hier kommt einem das Model 3 zur Hilfe und zeigt die Pfeile jetzt immer mit an. Unseren Beobachtungen nach funktioniert dies sehr zuverlässig und ist meiner Meinung nach eine große Hilfe.

Die Richtungspfeile wurden bei uns bisher immer korrekt erkannt und sind eine große Hilfe. Bei der Ampel oben und links ist bereits jetzt der Status nicht mehr erkannt!

Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass ich derzeit nicht weiß ob die Erkennung der Richtungspfeile nicht schon zuvor integriert war und uns nur nicht aufgefallen ist.

Noch eine frühe Softwareversion aber stetig besser

Es ist ein löbliches Alleinstellungsmerkmal von Tesla, dass auch bereits verkaufte Fahrzeuge mit Updates versehen werden. Bisher werden auch die ersten Model S noch im Rahmen ihrer Hardwaremöglichkeiten mit Updates versorgt und dies ist mittlerweile mehrere Jahre her! Zum Vergleich bei meinem vorherigen Corsa oder Mokka hatten wir nach einem Jahr nach einem Update für unser Radio bzgl. Android Auto gefragt und dass war schon ausgeschlossen, da es die Software nur für neue Autos gibt!

Auf der anderen Seite gibt man Tesla hier einen ordentlichen Vertrauensvorschuss und hofft darauf, dass die Software immer so sicher ist und nicht die Verkehrsicherheit gefährdet.

Für Autopilot und mit FSD verfügbar

Die Darstellung der Ampeln und Pfeile ist sowohl für Besitzer des Model 3 mit der Option Full Self Driving und dem Standard Autopilot verfügbar. Grundsätzlich finde ich es sehr gut, da man so einen Eindruck vom Full Self Driving bekommen kann und ggf. später die Option zukaufen kann.

In welchem Punkt ich jedoch etwas enttäuscht bin ist der Tempomat. Mit aktivierung geht dieser immer auf die in der Karte hinterlegte Geschwindikeit. Und diese stimmt zu 50% eben nicht! Hier wäre es doch fair und sicher, wenn alle Tesla die Option hätten die über die Kamera erkannte Geschwindigkeit in den Tempomaten zu übernehmen.