Laden Tesla Model 3 über eigenen PV-Strom - Update vom Mai 2020

Eigentlich ist eine Ladung Zuhause nicht geplant gewesen

Aufgrund der aktuellen Ereignisse habe ich mich dazu entschieden das sonnige Wetter mal zu nutzen und dem Tesla etwas Strom aus der Haushaltssteckdose zu verabreichen. Lange habe ich überlegt mir eine Wallbox zu verbauen, zumal es ja auch eine stattliche Förderung dafür gibt. Aufgrund des doch etwas höheren Aufwandes für die Installation habe ich dann doch davon abgesehen. Meine zweite Lösung wäre der etwas teurere Juice Booster 2 gewesen. Dieser kann sowohl eine mobile Ladelösung für den gesamten europäischen Raum, als auch eine stationäre Wallbox sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass er alle notwendigen Sicherungsapparate bereits verbaut hat und damit den Installationsaufwand auf ein Minimum reduziert.

Juice Booster 2 mit Wandhalterung. Eine vollwertige Ladestation, welche auch mitgenommen werden kann. (Link zum mobilityhouse.com)


Wieviel Reichweite benötige ich den überhaupt am Tag?

Auch wenn ich den Juice Booster immer noch als optimale Lösung erachte und ihn gerade für längere Reisen genial finde, musste ich mir eingestehen, dass ich soviel Ladestrom zu 99% meiner Zeit nicht benötige. Die tägliche Fahrleistung des Wagens beträgt nur wenige Kilometer und wenn es dann doch mal weiter weggehen sollte, kann der Wagen einfach länger über Nacht geladen werden.

Des Weiteren wäre es natürlich schön, wenn nur Überschussenergie der PV Anlage in den Akku des Teslas gespeichert werden würde. Allerdings muss ich auch hier als Wenigfahrer sagen, dass ich für die Mehrkosten einer derartigen Lösung sehr sehr viel Strom kaufen könnte.


Einphasiges Laden ist definitiv Langsam. Kann aber ausreichen.


Von daher habe ich mich an diesem schönem Tag im März einfach mal dazu entschieden den Wagen gegen Mittag anzuschließen und mit 10-16A einphasig zu laden. Bei 16A und dem in Deutschland üblichen 230V Netz, kann der Wagen so 3,68kw á Stunde laden. Beim Verbrauch des Model 3 entsprechend das in etwas 15-20km die Stunde. Ein für mich mehr als ausreichender Wert.


Zwischen 1230 und 1600 konnte das Tesla Model 3 annähernd mit 3,7kw geladen werden und trotzdem wurde noch über 1kw ins Stromnetz gespeist.


Zudem hat meine Pi mal Auge Methode auch zu einer Ladung des Fahrzeugs über mehrere Stunden mit reinem PV Strom geführt. Eine handelsübliche Wallbox mit 11kw wäre mit meiner Anlage nicht dazu in der Lage gewesen eine Ladung nur mit Eigenstrom durchzuführen.

Nur eine Option bei geringen täglichen Fahrleistungen

Wenn man so wie wir nur wenige km am Tag fährt, ist dies natürlich eine kostengünstige Option ohne größeren Aufwand. Ist man jedoch am Tag darauf angewiesen längere Strecken zu fahren, benötigt man natürlich eine Ladestation mit 11kw oder sogar Größer. Ansonsten kann man vielleicht darüber nachdenken, ob ein einphasiges Ladegerät nicht ausreichend ist.


Ggf. ist ein 10/16A Ladegerät auch ausreichend schnell (Quelle: Amazon.de)


Einphasige Ladegeräte gibt es bereits ab 200€

Will man nicht das Originale "Notladegerät" nutzen und dies lieber im Frunk verstaut lassen kann man auch ein separates erwerben und einfach in der Garage an der Wand hängen lassen. Da wir noch eines von unserem Ampera übrig hatten haben wir dieses Option gewählt.

Aufpassen muss man bei diesen Geräten jedoch auf die Belastung der Steckdosen. Grunsätzlich sind die Haushaltsüblichen Steckdosen nur für eine Dauerbelastung von 10A ausgelegt. Manche dieser Ladegeräte arbeiten jedoch mit einer Ladeleistung von 16A. Diese sollten dann auch über einen sogenannten Campingstecker angeschlossen werden.

 

Update, Mai 2020 - Bidirektionales Laden beim Tesla absehbar möglich?

In den letzten Tagen tauchten in den Medien immer vereinzelte Berichte auf, dass das Tesla Model 3/Y technisch zum bidirektionalen Laden in der Lage ist. Dies wurde zwar noch nicht offiziell bestätigt. Aber Grundsätzlich würde ich aus diesem Grund davon abraten in eine kostspielige Wallbox zu investieren und mich erstmal auf eine einfachere Lademöglichkeit beschränken.