Smart Home Geräte nicht vernetzt oder doch vernetzt

Laut einer aktuellen Studie nutzen 46% der deutschen Bevölkerung ein oder mehrere Smarthome Systeme. Von diesen Anwendern nutzen allerdings nur 12% ihr volles Potential aus. Woran dies liegt, ist aus den mir bekanntem Material der Studie nicht erkennbar.

Als Vergleich möchte ich hier mein Beispielhaus darstellen, welches mit verschiedenen Smarthome Systemen ausgerüstet ist und unterschiedliche Vernetzungen aufweist.
Alle gezeigten Geräte werben mit Smarthome Eigenschaften. Nur einige sind allerdings in der Lage direkt miteinander zu kommunizieren.

Die in diesem Bild gezeigten Geräte weisen allesamt Smarthome Komponenten auf und sind entweder in der Lage direkt miteinander zu kommunizieren oder stehen in unmittelbarer Abhängigkeit zueinander. Folgend werde ich auf die Einzelnen Komponenten eingehen und die Abhängigkeiten näher beleuchten.

Innogy Smarthome - Livisi
Dieses Smarthome System steuert unter anderem die Heizung, Rollläden und Teile der Beleuchtung. Darüber hinaus wird die Luftfeuchtigkeit sowie unerwartete Rauchentwicklung überwacht. Hinzukommt eine Kontrolle des Verschlusszustandes von Fenstern und Türen.

Das System ist vollkommen mit dem Philipps hue System kompatibel. So lassen sich die Lampen Räume zuordnen und Manuell oder mittels Szenarios steuern. Die Taster und Sensoren des hue Systems sind leider nicht mit dem hue System kompatibel und können nicht direkt vom Innogy System abgefragt werden. Des Weiteren lassen sich die meisten Komponenten in Google Home integrieren und von dort steuern und überwachen. Eine Kompatibilität mit den Systemen von Viessmann und Zehnder ist leider nicht gegeben, stehen mit den System allerdings in funktioneller Abhängigkeit.

Philips hue & iRobot
Philips hue ist mit seiner Spezialisierung auf smarte Beleuchtungssystem mit einer Vielzahl anderer Systeme kompatibel. So lässt sich die Beleuchtung in das Innogy Smarthome System und in Google hue integrieren. iRobot ist für seine Saug und Wischroboter bekannt geworden. In diesem Fall sind zwei Saugroboter vom Typ 960 im Haus eingesetzt (Link Amazon - iRobot Roombar 960), welche über Wlan in der Lage sind mit Google Home zu kommunizieren. Dies ermöglicht im Schwerpunkt die Ansteuerung der Saugroboter via Sprache.

SMA
In unserem Haus ist (bzw. wird in den nächsten Wochen) ein Wechselrichter von SMA verbaut. Dieser ist mittels dem zugehörigen Engergymeter in der Lage dem Innogy Smarthome Informationen über den aktuellen Stromverbrauch sowie der Stromproduktion mitzuteilen. Mit diesen Informationen lassen sich dann Verbraucher mit hohem Strombedarf automatisiert zuschalten. In Verbindung mit dem hier nicht dargestellten Home Connect System (u.a. der Fa. Bosch und Siemens) lassen sich für Haushaltsgeräte auch Zeiten festlegen, bis wann die Maschine spätestens fertig sein muss.

Google Home
Das Google Home ist auf dem Weg zu einem Alleskönner im häuslichen Smarthome Umfeld zu werden. Die Anzahl der kompatiblen Produkte wird ständig erweitert und ermöglicht es so Smarthome Systeme der unterschiedlichsten Hersteller miteinander zu vernetzen. Das System erlaubt es inzwischen einzelne Routinen anzulegen, welche z.B. auf Zuruf oder einen Wecker aktiviert werden können. Des Weiteren wird das System mehr und mehr dazu ausgebaut Hubs und Bridges von Herstellern zu ersetzen. So Sollen Leuchte von hue direkt durch Google Home eingerichtet werden können, ohne die hue Bridge zu nutzen.

Eigene Szenarien lassen sich allerdings noch nicht erstellen und Messwerte von Sensoren auch noch nicht abrufen (Stand August 2019). Zukünftig wird sich dieses System jedoch kontinuierlich weiterentwickeln und vielleicht wird es mittelfristig die erste Anlaufstelle im Betrieb des Smarthomes.


Im Google Home System lassen sich Sensoren und Aktoren der unterschiedlichsten Hersteller integrieren

Zehnder
In dem Haus ist die Lüftungsanlage Zehneder ComfoAir Q350 verbaut. Die Anlage arbeitet sehr leise und verrichtet unauffällig und zuverlässig ihren Dienst. Mittels Wlan Modul ist das Gerät über das heimische Nerzwerk mit dem Internet verbunden. Die App dient zum einen dazu den Nutzer an den anstehenden Filtertausch zu erinnern und dazu den Nutzer über den Zustand der Anlage oder die Umweltbedingungen zu informieren (Außentemperatur, Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Abluft). Des Weiteren erlaub die App dem Nutzer auch das Temperaturprofil zu ändern oder der Anlage mitzuteilen, dass man täglich von Uhrzeit X bis Uhrzeit Y nicht im Hause ist. Auch eine Abwesenheit für den Urlaub lässt sich einstellen.

Leider besteht meines Wissens nach keine Kompatibilität zu anderen Smarthome Produkten.
Die App für die Lüftungsanlagen von Zehnder ist Zweifelsohne eine sehr gut funktionierende App, welche nicht nur an Wartungsarbeiten erinnert, sondern diese auch Schritt für Schritt erklärt.


Viessmann
Wir haben eine Ölheizung vom Typ Vitoladens 300-C verbaut. Die Anlage funktioniert bisher ohne auch nur einen Fehler und erzeugt zuverlässig Wärme für Heizung und Warmwasser. Über die Schnittstelle "Vitoconnect" ist die Anlage mit dem Internet verbunden und kommuniziert so mit dem Betreiber und bei Bedarf und wenn gewünscht mit dem zuständigen Servicepartner. In der zugehörigen und sich ständig weiterentwickelnden ViCare App von Viessmann lassen sich eine Vielzahl an Einstellungen vornehmen, sowie Betriebs- und Umweltdaten entnehmen. Ähnlich wie bei Zehnder lassen sich hier Anwesenheits- und Urlaubszeiten vorgeben, damit in diesen Zeiträumen nicht unnötig viel Heizenergie erzeugt wird.

Viessmann ist sehr stark im Bereich der Smarthome Systeme engagiert und mit dem eigenen Schnittstellensystem Wibutler arbeiten Sie auch an einer Verbesserung der Interoperabilität zu anderen Smarthome Herstellern. Gerüchten zufolge soll auch an einer Skill für Amazons Assistent Alexa gearbeitet werden. Mit den hier verbauten System besteht leider keine Kompatibilität, was zumindest Schade ist in Bezug auf das Innogy System.
Die ViCare App von Viessmann wird kontinuierlich weiterentwickelt und bietet dem Nutzer wichtige Informationen über die verbaute Anlage. Im Falle eines Defektes wird der hinterlegte Service Betrieb automatisch verständigt. Allerdings ist es auch hier sehr schade, dass die vorhanden Informationen nicht geteilt werden können (z.B. Außentemperatur)



Fazit
Heutzutage lassen sich eine Menge Smarthome Systeme miteinander vernetzen und gerade beim System von Philips hue entsteht hier auch ein echter Mehrwert. Die Verbindung von Innogy und Google Home erachte ich vor allem im Bezug auf die Sprachsteuerung durch den Google Assistent als eine sinnvolle Erweiterung. Insgesamt fehlt mir hier jedoch die Möglichkeit des Zugriffs auf die Sensordaten zwischen verschiedenen Systemen und Nutzung derer in Szenarien.

Sehr schade sind auch die fehlenden Anbindungsmöglichkeiten der System von Zehnder und Viessmann. Derzeit sind es "nur" autarke Inselsysteme mit der Option der Steuerung über das Smartphone. Verreist man z.B. für einige Tage, muss man diese Information dem Innogy, Zehnder und Viessmann System jeweils getrennt mitteilen. Hier wäre es schön, wenn dies über eine App oder Schalter möglich wäre. Des Weiteren ist es gerade in Bezug auf Innogy und Viessmann schade, da beide Systeme in der Heizungssteuerung in unmittelbarer Abhängigkeit zueinander stehen. Für eine optimierte Steuerung der Heizung wäre ein Zugriff auf die Sensorinformationen der Raumthermostate doch sicherlich interessant.

Folgerung
Viele Leute werden es nicht wissen, dass einige Ihrer Smarthome System untereinander kompatibel sind. Auch der Mehrwert ist bisher überschaubar und teilweise ist für die Einrichtung auch eine längere Suche in den jeweiligen Apps notwendig. Und selbst nach erfolgreichem Verbinden der einzelnen Apps wird die originäre App des jeweiligen Systems dennoch benötigt. Hier wird sich in absehbarer Zeit jedoch noch einiges tun.

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