Warum Smarthome Komponenten verbauen?

Erhöhung der Lebensqualität sowie Kostenersparnis sind Argumente, welche von allen Herstellern als Grund zur Einrüstung eines Smarthome Systems genannt werden. Im folgenden Artikel möchte ich gerne einige dieser Punkte näher betrachten. Und obwohl ich auf meiner Seite und dem Blog hier grundsätzlich Smarthome Systeme und vor allem die Lösung von Innogy bewerbe, gibt es hier auch kritisch zu betrachtende Punkte.

Kostenersparnis

Jeder Hersteller von Smarthome Komponenten wirbt mit dem Argument der Kostenersparnis. Das Argument ist auch auf den ersten Blick mehr als nachvollziehbar, da man das Smarthome so programmieren, dass bei verlassen des Hauses alle Heizungen des Hauses heruntergeregelt werden und im kompletten Haus das Licht ausgeschaltet wird.

Heizkostenersparnis
Auch können die Heizung mit den Fenstern verbunden werden, sodass diese bei geöffnetem Fenster herunterregeln. Klingt auf jeden Fall sehr logisch und nachvollziehbar! In einer Beispielrechnung können wir dies ja mal nachrechnen:

Jährliche Kosten für Heizöl: 1.300€

Die jährlichen Heizkosten resultieren aus einem sinnvollen aber nicht extrem sparsamen Umgang mit Heizenergie.

Installationskosten der Smarthome Komponenten
10 x Heizkörperthermostat á 30€ = 300€
2 x Raumthermostat á 40€ = 80€
4 x Fenstersensor á 20€ = 80€
Smarthomezentrale = 100€
Gesamtkosten zur Einrichtung eines Smarthome Systems = 560€

Kostenersparnis durch von Smarthome Systemen: 260€ (20%)

Neue jährliche Kosten für Heizöl 1140€

In unserem Beispiel würde sich unser Smarthome System im dritten Jahr der Nutzung bereits rentieren. Bei einer angenommenen Nutzungsdauer von ca. 10 Jahren und konstanten Ölpreisen, wäre das eine Gesamtersparnis auf die Nutzungsdauer von (260€ x 7 Jahre) 1.820€. Nach dieser Rechnung ist das natürlich ein traumhaftes Ergebnis.

Allerdings zweifle ich ein derart positives Ergebnis an. Zum Einen habe ich in diesem Beispiel sehr günstige Einkaufspreise angenommen und zum anderen wage ich zu behaupten, dass 20% nur zu erreichen sind, wenn man vor Einrüstung eines Smarthome Systems sehr verschwenderisch mit der Energie umgegangen ist. Als realistisch sehe ich vielleicht eine Ersparnis von 5% an, was eine jährliche Finanzielle Entlastung von 65€ wäre. 

Somit würde alleine die Amortisation knapp 8 - 9 Jahre dauern, sofern in diesem Zeitraum keine Ersatzinvestition eintritt und keine weiteren jährlichen Kosten für die System anfallen. 

Ich will dies hier noch mit einem Beispiel aus dem privaten Bereich untermauern. In unserer Familie besitzen wir zwei baugleiche Reihenhäuser. Eines auf dem technischen Stand der 80/90er Jahre, mit einer Ölheizung von 1998, welche reguläre Heizkörper mit Smarthome Integration bedient. Direkt daneben ein im Jahr 2017/2018 umfangreich modernisiertes Reihenhaus (neuere Fenster, bessere Dämmung des Dachgeschosses, Fußbodenheizung, Lüftungsanlage) mit einer Öl-Brennwertheizung und umfangreicher Smarthome Integration. Trotz oder aufgrund der aufwendigen Maßnahmen, beträgt die jährliche Ersparnis vom modernisiertem Haus zum unmodernisiertem Haus nur knapp 16% - 22% (Berechnungen aus den Wintern 2018 und 2019). Zur Ehrenrettung der Smarthome Systeme sei aber erwähnt, dass ein ausgeweiteter Einsatz des Innogy Systems im nicht modernisiertem Haus bereits zu einer Reduzierung des Ölverbrauchs von ca. 15% geführt hat.

Reduzierung des Stromverbrauches
Strom lässt sich mittels Smarthome nur bedingt reduzieren und ist stark von externen Faktoren abhängig. Photovoltaikanlagen von SMA lassen sich z.B. mit dem Innogy Smarthome verbinden und ermöglichen so das automatisierte Einschalten von elektrischen Verbrauchern bei ausreichender Sonneneinstrahlung. Mit einem Energiemessgerät lassen starke Verbraucher identifizieren und gezielt ersetzen oder wenigstens optimiert einsetzen. Es gibt dementsprechend schon Möglichkeiten mit einem Smarthome auch elektrische Energie einzusparen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Smarthome System auch elektrische Energie verbrauchen.

Fazit Kostenersparnis
Eine Reduzierung der laufenden Kosten durch den Einsatz von Smarthome Systemen ist durchaus möglich. Je sorgloser man vorher mit elektrischer- oder Heizenergie umging, desto größer ist die Kostenersparnis und umgedreht. Nicht zu unterschätzen ist hingegen auch die Vermeidung von Schimmelbildung durch ständige Überwachung der Luftfeuchtigkeit, was natürlich vor möglichen Folgekosten bewahrt.

Komfortgewinn

Ein warmes Zuhause wenn man es braucht oder das richtige Licht zur richtigen Zeit, ist ein weiteres Versprechen der Hersteller. Hier kann man kurz und knapp sagen, dass dieser Punkt vollends erfüllt wird. 

Zieltemperaturen werden einfach deutlich besser gehalten als mit herkömmlichen Thermostaten und eine gedämpfte Beleuchtung des Nachts ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber einer üblichen Flutlichtanlage ähnlichen Beleuchtung. Eine konstante Überwachung der Luftfeuchtigkeit in der Raumluft ermöglicht zeitige Gegenmaßnahmen, bevor gesundheitsschädliche Konsequenzen eintreten. Ein gelegentlicher (i.d.R. jährlicher) Batteriewechsel ist vom Aufwand her zu vernachlässigen und wird zudem noch von den Geräten zeitnah angekündigt.
Ständige Überwachung der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Bei Überschreitung eines Grenzwertes von 70%, gibt das System eine Meldung auf das Smartphone.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, welche sicherlich den Komfort in den eigenen vier Wänden erhöhen, wie mit dem Wecker öffnende Rollladen oder an den Sonnenuntergang angepasste Beleuchtungszeiten. Nichts davon ist Lebensnotwendig, erhöht insgesamt aber Stück für Stück die Lebensqualität. Tatsächlich habe ich sogar in einigen Artikeln gelesen, dass Smarthome Systeme es vielen älteren Menschen ermöglichen Länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können.

Sicherheit durch Smarthome Systeme

Ein handelsübliches Smarthome System kann es nicht mit professionellen Alarm- oder Einbruchmeldeanlagen  aufnehmen. Auch sind moderne einbruchshemmende Fenster hier ein zuverlässigerer Schutz gegenüber  ungewollten Gästen. In der Einbruchsprävention spielen Smarthome Systeme hingegen ihre Stärke aus.

Unbewohnte Häuser sind eine willkommene Einladung für Diebe.



Tagsüber geöffnete Rollladen sowie zufällig eingeschaltete Lampen täuschen auf den ersten Blick, auch im Urlaub, ein bewohnte Haus vor. Bewegungsmelder im Garten schalten die Außenbeleuchtung an und verschrecken Besucher mit dem ungeliebten Licht. Und sollte doch jemand das Haus betreten, spricht der Bewegungsmelder an, woraufhin eine Sirene ertönt, die Beleuchtung eingeschaltet wird und der Besitzer des Eigenheimes im fernen Australien über ungebetene Gäste informiert wird. Vielleicht sind sogar noch Szenen des Einbruchs oder Versuches auf Video gespeichert. Freilich ist eine derartige Meldung kein allzu erfreuliches Ereignis, gibt dem Eigentümer jedoch die Möglichkeit Familie oder Freunde einzuschalten, welche Daheim nach dem Rechten sehen.

Eine andere Gefahr in den eigenen vier Wänden geht auch im 21. Jahrhundert immer noch von Feuer und den entstehenden Rauchgasen aus. So gab es in Deutschland im Jahr 2017 circa 230.000 Brände, wobei die meisten dieser Brände (31%) in Zusammenhang mit Elektrogeräten stehen. Katastrophale Verkabelungen, überlastete Mehrfachsteckdosen oder einfache defekte Geräte sind hier häufig die Ursachen. Ist ein Brand erstmal ausgebrochen, hat man ca. 2-4 Minuten die Wohnung zu verlassen, bevor die Hitze in Verbindung mit entstehenden Rauchgasen dies verhindern. Letztere verhindern zudem häufig das aufwachen im Falle eines Brandes.

Vernetzte Rauchmelder können Leben retten.
In Deutschland herrscht daher nicht ohne Grund eine Rauchmelderpflicht und auch in Smarthome Systemen lassen sich Rauchmelder nachrüsten. Funktionieren diese wie handelsübliche Rauchmelder, haben Sie noch die Option der Vernetzung. Das heißt, spricht ein Rauchmelder an, sprechen alle Rauchmelder an, was gerade bei Häusern mit mehreren Etagen ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsaspekt ist. Zudem kann bei Auslösung noch die Beleuchtung eingeschaltet werden und eine Alarmierung auf das Smartphone gesandt werden.

Fazit

Ein Smarthome System verspricht neben der Reduzierung der laufenden Kosten, eine Erhöhung der Lebensqualität sowie der Sicherheit. Im Gegenzug stehen Anschaffungskosten und der Zeitaufwand sich alles einmalig so einzurichten oder einrichten zu lassen, wie man es wünscht. Leider sind die aktuellen System noch nicht wirklich "Smart" und passen sich somit nicht selbstständig dem Nutzer an.

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